1.Interview, „ein Züchter erzählt“ (vom Grafenberg)

Moin Leute und winke winke, heute darf ich euch ein Interview vorstellen. Darüber freue ich mich sehr und in Zukunft soll es auch immer öfter mal welche geben. Habt ihr Themen Vorschläge dafür? Dann schreibt uns gerne: herzpfotenhunde.blog@gmail.com

Heute kommt aber ertsmal das Interview mit Maike. Sie wird sich euch gleich noch besser vorstellen. Nun wollte ich aber euch erstmal erzählen wie ich zur „Grafenberger Meute“ gekommen bin. Tatsächlich waren wir mit Maike´s Mama 2014 im Kontakt. Wir haben uns für den kommenden O-Wurf interessiert. Und wenn ich das Interview so lese, ich bin echt traurig keinen Hund aus dieser tollen Zucht zu haben. Dafür haben wir unseren Jamie -der natürlich der Weltallerbeste Hund ist-.

Ihr könnt mir ja am Ende ein Kommentar schreiben, was für einen Eindruck ihr von dieser Zucht habt und ob ihr sie vielleicht sogar kanntet? Schaut unbedingt auf der Homepage vorbei. Dieses Jahr erwarten sie ihren S-pringerlein Wurf.

Stell dich und eure Zucht doch kurz vor, damit wir wissen wer hier „spricht“:

Wir sind eine kleine Liebhaberzucht, die seit 1976 existiert und aktive
Familienhunde züchtet. In 44 Jahren hatten wir 18 Würfe. Begonnen hat unsere
Zucht mit Cockern, seit Anfang der 90er sind wir auf den English Springer Spaniel
gekommen. Ich heiße Maike, bin 27 Jahre alt und zurzeit im Referendariat an
einer Realschule in Düsseldorf. Meine Mutter war bis zu ihrer Berentung
ebenfalls Lehrerin – an einem Gymnasium. Gemeinsam sind wir eingetragene
Züchterinnen im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen). Wir züchten also in einem offiziellen Club mit Papieren.


Unsere Zuchtstätte befindet sich bei meiner Mutter. Sie wohnt in Viersen in einem Haus mit Garten, das ein Teil eines modernisierten Vierkanthofes ist, welcher eine Minute vom Feld entfernt liegt. Wir arbeiten mit unseren Hunden und jeder hat seine eigenen Stärken. Was wir mit ihnen machen ist z.B.: Mantrailing, Dummyarbeit oder Rally O. Wir absolvieren die Begleithundeprüfung, um auch weitere Prüfungen ablegen zu können und nehmen unsere Hunde mit zu Menschen mit Behinderung oder in die Schule. Ausgiebige Spaziergänge oder auch Joggingrunden gehören zu unserem Alltag. Außerdem lieben wir es, mit den Hunden unseren Urlaub am Meer zu verbringen.

Wie viele Hündinnen und Rüden habt ihr derzeit bei euch?

Da wir nur sehr klein und als Hobby züchten, haben wir keine große Anzahl an Hunden. Dazu kommt, dass wir nicht im selben Haus wohnen.

Meine Mutter lebt mit zwei Springerdamen zusammen, unserer Nele und dem Rosinchen, Nele ist Rosines Oma. Ich selbst habe vor vier Jahren Piri behalten, sie ist Neles Tochter und Rosines Mama. Piri lebt mit meinem Freund und mir in Meerbusch.

Das heißt, es befinden sich drei Springer in zwei Haushalten.

Zusätzlich ist unsere Qiba in meinem Mitbesitz.
Sie genießt ihr Leben bei meiner besten Freundin in Köln und wird (hoffentlich) dieses Jahr unserem S-pringerlein Wurf das Leben schenken.

Rüden leben nicht bei uns, auch wenn ich jeden einzelnen unserer Nachzuchtjungs genau so liebe, wie die Mädels.
Leider wäre es jedoch bei so einem kleinen Kennel schwierig, einen Rüden zu behalten, da wir nie mehr als drei Hunde in einem Haushalt haben und uns nur mit den Hündinnen das Glück zuteil wird, Welpen großziehen zu dürfen.

Leben eure Hunde alle im Haus oder habt ihr auch Zwinger?

Wir haben keinen Zwinger, ich kann mich auch nicht erinnern, je einen besessen zu haben.
Unsere Hunde sind teilweise vielleicht sogar zu verwöhnt. Piri schläft bei uns im Bett und ruht auf der Couch.

Natürlich hat sie auch ihre eigenen Körbchen und nutzt diese,
allerdings ist sie ein sehr körperbetonter Hund, der das Kontaktliegen mit seinen Menschen braucht. Das ist ein Thema, bei dem sich natürlich
die Geister scheiden. Bei meiner Mutter schlafen die Hunde nachts
in ihren Körbchen und dürfen „nur“ mal Tagsüber zum Mittagsschlaf
mit ins Bett. Die Couch ist aber bei allen erlaubt. Ich denke, so lange
es den Hunden gut geht, ist es egal ob Bett, Couch oder Körbchen, Hauptsache sie erhalten die Zuwendung, die sie benötigen und besser noch: viel mehr.

Je nach Art der „Zwingerhaltung“ ist das vielleicht auch möglich, aber nicht meine Idee von Zucht.

Wie sieht die Welpenaufzucht bei euch aus?
Macht ihr z.B Ausflüge, habt im Garten was aufgebaut etc.

Das ist eine sehr komplexe Fragestellung, bei der ich nicht einfach so kurz erklären kann, was Welpenaufzucht bedeutet. Es steckt viel mehr dahinter.

Aber ja, wir machen Ausflüge, haben neben dem „Welpenparadies“ im Wohnzimmer, einen Freizeitpark mit Rückzugsmöglichkeiten im Garten.

Die Ausflüge außerhalb unseres geschützten Hauses und Garten werden jedoch nicht zu früh gemacht, da sich das Immunsystem der kleinen Herzenshunde erst noch stärken muss.

Trotzdem kennen sie bei Abgabe das Autofahren, den Hundeplatz unseres Vereins für Hundesport, Rinder vom Bauernhof nebenan, sowie Wald und Wiesen. Uns ist es wichtig unsere Schätze bestmöglich zu sozialisieren.
Sie lernen alle Geräusche des Alltags kennen und auch fremde Hunderassen, sowie Tierarten werden getroffen, um die Kleinen auf die große weite Welt vorzubereiten.

Wenn sich Interessenten bei euch melden, was möchtest du beim ersten Kontakt von ihnen gerne erfahren? (z.B. Wohnsituation)

Dazu möchte ich zunächst sagen, dass es einem Hund egal ist,
ob er in einer Wohnung mit zwei, oder in einem Haus mit 20 Zimmern lebt.
Die Wohnung ist für den Hund ein Ruheort.

Klar darf dort auch mal gespielt o.ä. werden, aber grundsätzlich findet die Auslastung für den Hund draußen statt. Ein erwachsener Hund „ruht“ – nicht schläft – um die 70% des Tages und sollte deshalb das Haus als Rück- zugsort sehen.

Natürlich möchten wir wissen, wie und wo die zukünftigen Lieblingsmenschen unserer Welpen leben, dennoch sagt die Größe einer Wohnung nichts über die Förderung des Hundes aus.

Wir freuen uns immer sehr, wenn sich InteressentInnen melden, die sich schon Gedanken über die Rasse und deren Auslastung gemacht haben.
Menschen, die uns erzählen, wer sie sind und wieso sie sich ausgerechnet für den Springer entschieden haben.


Personen, bei denen ganz deutlich wird, dass sie sich über einen Hund aus unserer Zucht freuen würden und sich für unsere Tiere interessieren.

Wie oft kommen euch in der Regel Welpeneltern besuchen?

Das ist ganz unterschiedlich und natürlich auch abhängig von der Entfernung. Außerdem hängt es ebenfalls mit dem persönlichen Bezug zu einem von uns zusammen.

Klar, dass meine beste Freundin öfter da war, als andere. Allerdings war sie das eben auch bei den anderen Würfen und hilft uns wo sie kann (ganz selbstlos natürlich und nicht, weil man so gerne Zeit mit Welpen verbringt ).


Pauschal ist das demnach nicht zu sagen.
Ich denke allerdings durchschnittlich alle 7-10 Tage nach den ersten drei bis vier Wochen, in denen die Kleinen noch keinen Besuch erhalten.
Da dürfen sie nämlich erst einmal in Ruhe mit ihrer Mama ihre eigene kleine Welt entdecken.

Suchen die Welpeneltern ihre Hunde selbst aus, oder teilt ihr das zu?

Generell ist es so, dass WelpeninteressentInnen natürlich ihre Vorstellung haben.

Das ist ganz normal und als Züchter möchten wir ihnen auch ihren Wunsch erfüllen, jedoch nicht zu jedem Preis! Eigentlich ist das bei uns ein gemeinsamer Prozess.

Wir schauen danach, dass der bisher zu erkennende Charakter des Welpen zu den familiären Bedingungen passt.

Bspw. geben wir zu ErstlingshalterInnen mit kleinen Kindern nicht den größten Rabauken, sondern eher den entspannten und leicht führigeren Welpen.

Bisher passte es immer. Zusätzlich ist es bei erfahrenen Hundehaltern so, dass sie im Normalfall mit jedem Charakter umgehen können und dadurch kein Problem mit der Auswahl entsteht.

Habt ihr eine Warteliste?

Warteliste ist bei uns wohl das falsche Wort.

Es gibt Welpeninteressenten, die teilweise über zwei Jahre „warten“, um einen kleinen Schatz von uns mit nach Hause nehmen zu können.

Jedoch zählt bei uns nicht das Motto „Wer zuerst kommt mahlt zuerst“, da wir uns genau mit den zukünftigen Lieblingsmenschen unserer Herzenshunde auseinandersetzten wollen.

Wenn das Zwischenmenschliche stimmt und wir davon ausgehen können, dass wir weiterhin ab und zu etwas von unseren Schätzen hören oder sehen, zählt das um einiges mehr als der Zeitpunkt, zu dem angefragt wurde.

Hast du Interessenten schonmal abgesagt und was sind da die Gründe für?

Ein schmerzhaftes Thema. Ich kann dir sagen, dass die Abgabe unserer Welpen schlimm ist und das zu den unschönen Momenten des Züchterdaseins zählt. Interessenten abzusagen, die eigentlich toll sind, ist allerdings eine ganz andere Hausnummer.

Dadurch, dass wir sehr klein züchten, hatten wir bisher immer das Glück, uns die neuen Welpeneltern aussuchen zu können. Es ist schlimm, wenn wir einigen sagen müssen, dass sie leider nicht in die engere Wahl gekommen sind, ohne dass diese es zu persönlich nehmen. Manchmal sind es Kleinigkeiten oder „zu wenige“ Welpen.

Wir haben allerdings auch tolle ZüchterfreundInnen, die wir dann gerne weiterempfehlen oder mit denen wir im engen Kontakt stehen.

Andere Gründe können sein, dass Interessenten von Beginn an sagen, dass sie den Hund kastrieren wollen und sich nicht umstimmen lassen. Kastration ist auch wieder ein Thema, bei dem sich die Geister scheiden, allerdings bin ich strikt dagegen !solange! es keinen medizinisch oder gesundheitlich notwenigen Grund gibt und nur die eigene „Faulheit“ den Menschen dazu veranlasst, diese Maßnahme zu ergreifen.

In Deutschland ist die Kastration ohne ersichtlichen Grund sogar verboten! Ein weiteres
Argument gegen Interessenten ist das Zwischenmenschliche, manchmal passt es einfach nicht, egal ob ein- oder beidseitig.

Was war die kurioseste Anfrage, die du bisher gehabt hast?

Himmel, da gibt es einige :D. Aber eine lustige kam letztens noch per SMS:

Ein bisschen Spaß muss sein… Danach folgte noch eine kurze Konversation, aber diese fand schnell ihr Ende.

Gebt ihr auch erwachsene Hunde ab bzw. was passiert mit euren „Rentnern“?

Nein, das kam bei uns in all den Jahren bisher nicht vor. Unsere Rentnerinnen sind doch sowieso das Beste.

Wie könnte ich einen meiner Herzenshunde abgeben, der mir jahrelang die Treue gehalten hat? Ich kann die Beweggründe mancher Personen nachvollziehen, aus denen sie ihren erwachsenen Hund abgeben und häufig hängen damit auch schwere Schicksalsschläge zusammen… aber selbst einen meiner Hunde hergeben?

NEIN! Ich hoffe doch darauf, jeden einzelnen so lange wie möglich an meiner Seite zu wissen und kann mir gar nicht vorstellen, ohne sie zu sein.


In diesem Zuge: Ich vermisse dich unendlich sehr Emmy. Sie war die Stammhündin unserer Springerzucht und wurde im Alter immer schöner.
Schau dir diese wundervolle graue Schnauze an…

Wie viele Würfe hat eine Hündin bei euch i.d.R?

In der Regel haben unsere Hündinnen drei Würfe. Vielleicht wird Qiba nur einen haben und Piri zwei, das wissen wir noch nicht.

Aber mehr als drei sind bei uns nicht in der Planung, da wir unseren Hündinnen gerne zwei Jahre zwischen den Würfen Zeit geben und mehr Würfe, meiner Meinung nach, nicht sein müssen.

Sag niemals nie, trotzdem ist das nicht meine Vorstellung von Zucht, wenngleich ich hier keine anderen Züchter diskreditieren möchte.

Was würdest du zukünftigen Welpeneltern gerne mal antworten, was aber der Höflichkeit wegen vllt nicht immer geht?

Auch das ist wieder keine leichte Frage. Ich habe eben echt meine Mutter angerufen und sie gefragt, ob sie das beantworten kann.

Wir kamen zu dem Schluss, dass wir diese Situation eigentlich nie so wirklich haben.
Wir versuchen immer, alles so gut es geht zu erklären und thematisieren das, was uns wichtig ist.

Gibt es auch Hundeeltern bei denen ihr im Nachhinein das Gefühl habt, das passt doch nicht und wie reagiert ihr dann?

Sehr selten, aber leider ja.

Bisher hatten wir in den Springerwürfen einen, den wir komplett falsch eingeschätzt haben.

Seit Jahren schreiben wir immer wieder E-Mails oder versuchen ihn auf anderem Wege zu kontaktieren.
Keine Chance. Das macht uns traurig, da uns der Kontakt zu den Hundeeltern und somit auch unseren Grafenbergern sehr am Herzen liegt.

Habt ihr auch negatives Feedback von Hundeeltern erhalten und wie geht ihr damit um?

Natürlich gibt es auch mal negatives Feedback, allerdings bisher nicht gegen uns persönlich, zumindest nicht, dass ich wüsste .

Vielleicht traut sich auch keiner unserer Lieblingsmenschen. Es kommt eher dazu, dass wir trotz wöchentlicher Wurf-Informationsmails – rund um den Hund – und einer großen Welpen-Goodie Bag bei Abgabe (in der auch noch einmal eine Mappe mit allen wichtigen Informationen beigefügt ist) plötzlich Erstlingshundeeltern denken, dieser kleine 10 Wochen alte Welpe wäre „aggressiv“.

Da konnten wir ihnen vorher noch so viel davon erzählen, dass die Zähnchen nun einmal sehr spitz sind und nicht mehr an den Geschwistern abgewetzt werden können, sondern sie ihre Löcher in den Fingern oder Füßen der neuen Familie hinterlassen.

Aber auch das hat sich dann meist nach kurzer Zeit geklärt.
Wichtig ist uns, dass sie mit allen Fragen und Problemen zu uns kommen, damit wir gemeinsam Lösungen finden.

Was war euer blödestes Erlebnis im Thema Zucht/Hunde verkauf?

Wie schon zuvor erwähnt sind unschöne Momente, wenn wir uns in
Menschen täuschen, tollen Personen keinen Welpen geben können oder der Tag gekommen ist, an dem wir uns von den Kleinen verabschieden müssen.

Blöde Momente gibt es auch dann, wenn sich Personen nicht gut ge-
nug mit der Hundesprache auseinandersetzten und bspw. einfach in den geschützten Raum der Welpen eindringen, obwohl die Mutterhündin gerade mit ihren Kleinen Ruhe möchte.
Aber aus vielem kann man eben lernen und dazu gehören auch solche Erlebnisse.

Mir ist es beispielsweise sehr wichtig geworden, dass sich die zukünftigen
Welpeneltern mit der Mutterhündin auseinandersetzten und zu ihr eine Bindung aufbauen, um eine gewisse Vertrauensbasis gewährleisten zu können.

Denn am schönsten ist es doch, wenn alle ganzentspannt gemeinsam in der Wurfkiste oder Auslauf sitzen und die großen, sowie die kleinen Herzenshunde kuscheln können.

Wie oft geht ihr auf Ausstellungen und wie erlebt ihr diese?

Wir sind ein paar Mal im Jahr auf Ausstellungen – ich würde sagen durchschnittlich 5. Dieses Jahr werden wohl die meisten ausfallen, was ich sehr schade finde, da ich damit viel Spaß verbinde.

Ich kann zwar verstehen, weshalb Hundeausstellungen bei manchen verrufen sind – es gibt immer Menschen, die nicht gerade sehr rassegerecht mit ihren Vierbeinern umgehen – generell trifft man jedoch tolle Menschen, die viel Freude an den Hunden haben und ihre Schätze mit Stolz präsentieren.

Wir erzählen viel, tauschen uns aus, weil wir uns lange nicht gesehen haben, und kuscheln – also primär die Hunde!

Ausstellungen sind nicht gerade preiswert, aber als Züchter hast du den Wunsch, einen prämierten Hund vorzustellen.

Außerdem macht es dich stolz, wenn andere Menschen dein Tier ebenso schön finden, wie du selbst und am Ende, nach einigen Shows, bei denen dein Hund seine Klasse gewonnen haben muss, ein Champion-Titel herauskommt.

Gibt es Konkurrenzdenken unter euch Züchtern?

Konkurrenzdenken gibt es in jedem Fall, aber das ist gar nicht das eigentliche Problem, sondern die Missgunst, die Züchter teilweise untereinander zu verspüren scheinen.

Ich versuche, mich da weitestgehend rauszuhalten und bin bisher noch mit niemandem angeeckt, sondern versuche eher, ein kollegiales Miteinander zu schaffen, schließlich lieben wir doch alle diese Rasse und das sollte verbinden, nicht entzweien!

Trotzdem ist klar, dass nicht jeder sich mögen muss, aber muss schlechtes Gerede sein? Ich denke nicht.

Auf was achtet ihr, wenn ihr einen Rüden aussucht?

Die Rüdensuche kann mitunter Jahre dauern.

Ich möchte aus Piris nächstem Wurf eine kleine Maus behalten und suche eigentlich schon seit drei Jahren nach einem passenden Rüden.

Einer ist jetzt schon länger in der engeren Wahl, aber ich halte dennoch die Augen offen. Grundsätzlich achten wir bei der Rüdenauswahl zunächst auf die Gesundheit und die genetische Kombination. Wichtig ist uns beispielsweise ein möglichst geringer Inzuchtkoeffizient, gute HD (Hüft)- und Augenwerte. Natürlich spielt auch das Erscheinungsbild eine Rolle – Gleicht der Rüde die Hündin aus?

Ich möchte unsere Linie weiterhin elegant halten und den alten (also kleineren) englischen Typ züchten. Außerdem achte ich sehr auf die
Augen und das Haarkleid. Noch wichtiger als das Exterieur, ist jedoch der Charakter.

Wir sehen uns den Rüden vor dem Decken an, haben ihn vielleicht schon des Öfteren auf Ausstellungen beobachtet, oder fahren ihn besuchen,
um das Wesen besser einschätzen zu können. So kann auch gleich festgestellt werden, ob sich das potenzielle Paar gut versteht.
Natürlich ist die Voraussetzung für einen Wurf, dass der Deckrüde die Zuchtzulassung erhalten und wenn möglich Champion-Titel vorzuweisen hat.

Was sollte man als Züchter alles an Erfahrungen haben, um „züchten zu können“? (Frage aus der Community)

Neuzüchter bzw. diese, die es werden wollen, sollten damit anfangen, Züchterseminare zu besuchen. Der VDH oder der Club, in dem gezüchtet werden soll, bieten diese an. Immer hilfreich ist auch der Austausch mit erfahrenen Züchtern, die einem unterstützend zur Seite stehen. Hier zählt leider nicht nur learning by doing, sondern RECHERCHE, lesen und Gespräche mit Gleichgesinnten. Zusätzlich solltet ihr euch explizit mit der Rasse auseinandersetzten. Wissen, was ihr da überhaupt für einen Hund an der Leine habt, wie man ihn trimmt (frisiert und pflegt), was er zum Leben braucht und BESONDERS,
wie ihr ihn fordert und fördert. Ihr solltet für eure Hündinnen eine OP-Versicherung haben und euch bewusst sein, dass züchten nicht immer nur Spaß bedeutet. Die Geburt kann Komplikationen aufweisen, oder ihr bangt tagelang um ein Welpenleben. Züchten bedeutet auch, Sorgen zu haben.

Und züchten bedeutet vor allem, morgens, wenn ihr ins Wohnzimmer kommt, die Welpen ganz schnell in den Auslauf zu stecken, damit ihr die Wurfkiste säubern könnt, ohne, dass danach alle eine Unterbodenwäsche benötigen.

Kleiner Tipp von mir: Haltet euch die Nase zu, bevor ihr morgens ins Wohn-/Welpenzimmer kommt.

Und hier hast du Platz, um noch einiges zu schreiben, was du unbedingt mal tun wolltest:

Eigentlich nur eines: Liebhaber- und Hobbyzüchter verdienen kein Geld mit den Welpen. Die Ausgaben und die Vorbereitungen sind enorm.

In unserem letzten Wurf sind bei 5 Welpen insgesamt 30€ „übrig geblieben“.
Wenn wir die Zuchtzulassungen und Ausstellungen der Mutterhündinnen, sowie einiges mehr noch dazu zählen würden, dann wären wir eigentlich jedes Mal im Minus.

Wir genießen einfach die Welpenzeit und freuen uns über jeden, der unseren kleinen Herzen, die wir mit all unserer Liebe großziehen, ein wunderschönes Leben schenkt.

2 Kommentare zu „1.Interview, „ein Züchter erzählt“ (vom Grafenberg)

  1. Ach Maike meine Liebe, tolles Interview mit dir!!! Aber da habe ich nichts anderes erwartet. Es wurden auch tolle Fragen ausgesucht und ich denen das wird hier einigen gut gefallen. Da ich Maike durch Instagram schon eine Weile kenne und wir Freundinnen sind, kamen mit viele Antworten bekannt vor, weil auch ich diese Fragen schon gestellt hab 😉 Marley ist sowieso heimlich in Piri verliebt hat aber leider keine Chance wegen seiner Größe, den fehlenden Titeln und der noch fehlenden Zuchtzulassung😂

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  2. Danke dir für deine Anfrage zum Interview, es hat echt Spaß gemacht und war gar nicht so einfach. Auch vielen Dank nocheinmal für deine lieben Anfangsworte! ❤😊

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